Samstag, 20. Juli 2013

Rezension: Speisende soll man nicht aufhalten - Patrick Stäbler



Verlag: Rowohlt
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 295
Preis: 8,99 €
Bekommen über:  lovelybooks.de
Bewertung♥♥♥







„Speisende soll man nicht aufhalten“ erzählt die Geschichte des Autors Parick Stäbler, der sich auf eine kulinarische Reise durch Deutschland begibt, und dadurch nicht nur die regionaltypischen Gerichte, sondern auch ihre Menschen kennenlernt. 
Patrick Stäbler liebt gutes Essen, doch die landestypischen Gerichte kennt er nur vom Hörensagen. So wie wohl die meisten von uns.  Grund genug, sich auf eine Reise durch das kulinarische Deutschland zu begeben. Dabei soll die regionale Küche getestet, Mythen aufgeklärt und die Esskultur der Deutschen ergründet werden. Nicht aber wie gewöhnlich mit dem Auto und Übernachtungen im Hotel. Der Autor entscheidet sich dafür, 16 Bundesländer per Anhalter zu befahren und über das Portal „Couchsurfing“  Personen zu finden, die ihn kostenfrei beherbergen. Ein Abenteuer, dass vom stundenlangem Warten an Autobahnausfahrten, von skurrilen und liebenswerten Fahrern und Gastgebern erzählt. Vor allem aber, offenbart der Autor  leckeren Gerichte aus der deutschen Küche und berichtet von Menschen, die um deren Erhalt bemüht sind. 

Meine Meinung
Das Buch ist eine geschickt gewählte Mischung aus Abenteuerroman, Kochbuch und Komödie. Der leichte und ehrliche Schreibstil des Autors, ermöglicht es dem Leser durch das Buch zu schweben und in kulinarischen Welten zu verweilen. Die bildhaften Beschreibungen des Autors, lassen dem Leser oftmals das Wasser im Mund zusammenlaufen. Daher ist es besonders erfreulich, dass am Ende der Kapitel, die Rezepte zu den Gerichten beigefügt sind. Auch wenn manch ein Gericht für den heimischen Herd wohl doch zu aufwendig ist. Besonders gefallen, haben mir die Anekdoten zu den Couchsurfern und den oftmals sonderbaren, aber auch liebenswerten Fahrern.Vor allem aber auch der persönliche Blick auf die Bundesländer, die Gerichte und die Menschen. Wie der Buchtitel beschreibt, schaut der Autor bei seiner Reise nicht nur auf die Teller, sondern auch über den Tellerrand hinaus und lässt uns teilhaben an traurigen, schönen aber auch heldenhaften Geschichten. Man schließt die Personen, die der Autor kennenlernt, schnell ins Herz und ist traurig, dass sie so gleich wieder verschwunden sind. Aber auch genau diese Vielfalt an Charakteren, macht das Buch auch so interessant und lesenswert. Zudem lernt der Leser Wissenswertes über die Heimat, die  die den meisten doch so unbekannt ist. Denn jeder hat schon mal einen Döner, eine Pizza oder Spaghetti gegessen. Wer aber kennt den Dibbelabbes, die Teichelmauke oder Schnüsch? Oftmals ist es erschreckend, wie wenig man doch selbst über die eigene Landesküche, die Regionen oder die Esskultur weiß. Wie man oft den Medien glaubt, der Deutsche möge nur das schnelle und günstige Essen. Das Buch aber zeigt, dass es viele Menschen gibt, die sich ihrer Leidenschaft zum Essen hingeben und dafür sorgen dass unsere landestypische Küche nicht in Vergessenheit gerät. Genau aus diesem Grund, ist das Buch eine Bereicherung für jedes Bücherregal und für jeden der die Liebe zum Essen mit dem Autor teilt. Das Einzige was ich in diesem Buch vermisse, sind die süßen Leckereien, die Deutschland zu bieten hat. Einige wie die Schwarzwälderkirschtorte oder das Lübecker Marzipan werden erwähnt und nahezu wahrhaftig beschrieben, jedoch fehlt am Ende das Rezept, um es auch Zuhause genießen zu können. Manch ein deftiges Gericht, dass für die heimische Küche zu aufwendig ist, hätte meiner Empfindung nach, durch eine süße Nascherei, ersetzt werden können. Da sind aber auch die Geschmäcker verschieden und manch einer ist vollkommen zufrieden mit der herzhaften deutschen Küche. 

Fazit
Ich kann dieses Buch nur wärmsten an diejenigen weiterempfehlen, die dem Essen und unserer Heimat verfallen sind, und mehr über das Land, die Leute und unsere herausragende Küche erfahren möchte. Ein schönes Buch, dass durch den persönlichen Charme des Autors und einer großen Portion Witz, meinen Geschmack getroffen hat. 


Habt ihr von dieser kulinarischen Reise gehört? Kocht und oder esst ihr oft regionaltypische Gerichte? 

Kommentare:

  1. Das Buch hört sich wirklich total interessant an! :) Ich dachte immer, wir in Deutschland hätten sogut wie keine Esskultur ... ganz klischeehaft denkt man immer zuerst an Bratwurst und Sauerkraut. Wahrscheinlich gibt es aber echt viel, was man noch gar nicht richtig kennt. Danke für den Post, das muss ich mir unbedingt mal genauer ansehen, allein um die Allgemeinbildung ein wenig aufzufrischen. ;)
    Und du spielst Klavier? Das finde ich toll ... für mich eines der schönsten Instrumente. Tanzt du auch Ballett? Ich habe gerade auf deinen Header geschielt und dachte, das würde eventuell ins Bild passen. :)
    Als Kind habe ich eine zeitlang Ballett getanzt, auch in einer Theateraufführung von Dornröschen. Im Nachhinein finde ich es echt schade, dass ich aufgehört habe, aber jetzt ist es zu spät, um wieder damit anzufangen.

    Liebe Grüße! :)

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  2. Klingt gut, gehört habe ich davon davor noch nichts. Ich mag regionale Küche sehr, vor allem die Süßspeisen, da ich ja Vegetarierin bin und deshalb mit den deftigen Gerichten im deutschsprachigen Raum meistens weniger anfangen kann. Trotzdem esse ich wenig traditionell, meistens eher mediterran.

    In welchem Laden darf man denn nur 3 Teile mit in die Umkleide nehmen? Das ist ja komplett blöd. Ich benutze übrigens auch meistens Concealer und Puder, ist einfach das natürlichste Ergebnis finde ich.

    Liebste Grüße :)
    Sarah

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    1. Mir geht es genauso, ich esse auch eher mediterran, als traditionell. In dem Buch gibt es aber einige Gerichte (auch für Vegetarier), die wirklich leicht nachzukochen sind. Natürlich ist es überweigend sehr Fleischlastig.

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  3. Danke für den lieben Kommentar. :) Ich freue mich schon total auf den Trip. Im Disneyland bin ich dann zum ersten Mal un erfülle mir somit einen Kindheitstraum - besser spät als nie! ;) Das mit dem Ballett ist toll ... wer weiß, vielleicht ergibt sich für mich irgendwann wieder die Gelegenheit, anzufangen. Dennoch bin ich manchmal etwas mutlos, wenn ich darüber nachdenke, wie ich mich früher verrenken konnte und mich anschließend mit heute vergleiche. :D Aber stimmt, der Spaß an der Sache sollte natürlich im Vordergrund stehen.

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