Freitag, 2. August 2013

Rezension: 1913 - Florian Illies


Verlag: S. Fischer
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 311
Preis: 19,99 €
Gefunden bei: Thalia 
Bewertung♥♥♥
" Das war ein Märchen ganz nach dem Geschmack des Jahres 1913. Untröstlich, jenseits aller Utopie, aber voller Poesie. "

" Jedenfalls 1913 ist ziemlich harmlos verlaufen, nicht tot und schläfrig, ziemlich viel inneres Leben" 


Das Buch „1913“ von Florian Illies beschreibt einen besonderen Schlüsselmoment der Kunst- und Literaturgeschichte, nämlich das Jahr 1913, mit all seinen großen Künstlern und den vielen kleinen und doch bedeutenden Veränderungen, die unsere Gegenwart prägen. 

Inhalt: 

Im Jahre 1912 der Untergang der Titanic, im Jahre 1914 der Beginn des 1. Weltkrieges und im Jahre 1913? Welch weltbewegende Momente haben sich in diesem erst unscheinbar wirkendem Jahr ereignet? Ein Jahr das ganz im Schatten der Unglückszahl steht? Oder doch ein Jahr in seiner vollen Blüte?
Die Mona Lisa ist verschwunden, Hitler und Stalin begegnen sich beim Spazieren gehen,  Kafka stellt zwei Heiratsanträge an Felice Bauer,  Prada eröffnet seine erste Boutique in Mailand, Brecht langweilt sich in der Schule und hat Herzklopfen, Rainer Maria Rilke wäre gerne ein Igel und die großen Köpfe der Zeit sind geplagt von der „Neurasthenie“. 
Florian Illies eröffnet dem Leser, ein Jahrhundert später, einen Einblick in das besondere Jahr 2013 und seinen großen Künstlern, die im Zwiespalt zwischen Moderne und Traditionellem stehen. Dabei schildert er anhand von Briefen, Tagebucheinträgen und Anekdoten mehr oder weniger bekannten Personen, die Atmosphäre eines besonderen Jahres, das im Zeichen der Extreme steht.  

Meine Meinung: 



Das Buch ist gegliedert in zwölf Abschnitte, die die zwölf Monate des Jahres beschreiben. Die Geschichte ist sehr genau recherchiert und gleicht auch durch ihrem Aufbau einem Geschichtsbuch, das auf unterhaltsame Weise Wissen vermittelt. Trotz allem entsteht ein fließender Text, der historische Ereignisse und künstlerische Meisterwerke geschickt verknüpft und Zusammenhänge findet, dort wo der Leser sie zunächst  nicht vermuten würde. Überwältigend viele Informationen werden vermittelt, die einen beinahe erschlagen und auch nur von Lesern verknüpft werden können, die bereits einige Kenntnisse oder zumindest ein Interesse an den Bereichen der Literatur und Kunst haben. Aber auch viel Unnützes Wissen wird dem Leser dargeboten, welches der Geschichte aber ihren besonderen Charakter verleiht. 
Deutlich wird, Illies versteht sein Handwerk. Das Buch zeichnet sich aus durch eine sehr gelungene und präzise Sprache, die einen eintauchen lässt, in die verschiedenen Momente dieses besonderen Jahres 1913. Sehr bildhaft und poetisch werden Ereignisse,  Gefühle und Charaktere dargestellt und durch etwas Humor und Gesellschaftskritik verfeinert. Das Buch bringt dem Leser Künstler der Zeit näher, macht sie zu Menschen, mit Problemen, Zweifeln und Ängsten. Zeigt uns, dass gerade die großen aber auch empfindsamen Köpfe geplagt sind von Krankheiten, wie dem „Burn-Out“, da sie alles was sie tun hinterfragen und sich viel zu oft und viel zu intensiv verlieben. Die Geschichte macht aber auch Lust, alte Klassiker, wie die „Buddenbrooks“ oder „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, wieder auszugraben und neu zu entdecken. Gelangt man zum Ende des Buches fühlt man eine Leere und gleichzeitig ein überwältigendes Gefühl und muss all diese Eindrücke erst einmal auf sich wirken lassen. 

Fazit: 

Eines der gelungensten Bücher, die ich 2013 gelesen habe. Ein Geschichtsbuch, dass auf unterhaltsame Weise unheimlich viel Wissen vermittelt und Einblicke gibt, in ein besonderes Jahr und seine großen Künstler, die intensiv lieben und leiden. 



Kommentare:

  1. Ohhh! Das Buch haben meine Eltern gerade geschenkt bekommen. Wenn DU jetzt so begeistert bist, dann werde ich mir das auch mal anschauen müssen ;)

    Also Seelen kann ich dir wirklich empfehlen. Es ist definitiv anders als Twilight. Ich mochte Twilight (die Bücher! nicht die Filme!) nämlich auhc sehr gerne und war erst ganz überrascht und ein wenig verwirrt und mag Seelen mittlerweile fast noch lieber. Also unbedingt lesen! :)

    Oh! Bist du auch so ein großer Harry Potter Fan? :)

    AntwortenLöschen
  2. Die Kritik ist wirklich mal wieder super geschrieben und macht Lust darauf das Buch zu lesen. Ich bin ja auch so ein kleiner Geschichtsfan und muss das Buch deshalb wirklich mal im Kopf behalten. Hört sich sehr interessant an.

    AntwortenLöschen
  3. Wow, das Buch hört sich super an! :) Ich interessiere mich ziemlich für Geschichte und wenn das Buch nicht so trocken geschrieben ist, wie man es von Büchern dieser Art vielleicht gewohnt ist, werde ich es sogleich mal auf meine Wunschliste setzen. Vielen Dank für den Tipp! ♥

    Und ja, nichts ist wirklich mit Disney vergleichbar. Ich freue mich auch schon auf Disney's Schneekönigin - der Film kommt ja im Dezember raus. :)
    Ich liebe das Gefühl, einfach die Gedanken abschalten und sich ein Stückchen wieder wie ein Kind zu fühlen zu können. Viele Menschen können das leider nicht mehr.

    AntwortenLöschen
  4. Ich finde, dass sich das Buch toll anhört. Ich bin momentan eh noch auf der Suche nach ein paar Büchern für meinen Urlaub. Und so geschichtliche Züge mag ich bei Büchern total gerne :)

    AntwortenLöschen
  5. Dankeschön, freut mich, dass euch diese Monatsrücklicke gefallen. Finde sie auch persönlich super, um noch einmal persönliche Bilanz zu ziehen und sich einfach über die kleinen Dinge zu freuen. Oh ja das stimmt, man hat endlich Zeit für sich und die ist auch meist immer sehr vollgestopft und vergeht ja leider wie im Flug. Ich bin ja kein Fan von dieser Unsicherheit. Ich mag es auch gar nicht ,dass ich gerade so in der Luft hänge und nicht weiß, ob ich nun ab Oktober an der Fh bin oder doch ab September wieder im Klassenzimmer sitze. Bin froh, wenn ich da endlich Klahrheit habe.

    Lesen tue ich auch im Moment sehr viel. Verschlinge gerade Der Augensammler von Sebastian Fitzek und mache es mir damit auch gleich wieder draußen auf unserer Terasse gemütlich, um nun die letzten Seiten zu verschlingen. Oh ja es gibt nichts besseres als Eis bei diesen Temperaturen :).

    AntwortenLöschen
  6. (: Freue mich unheimlich über dein Kommentar :))
    Ja leider fand ich das Lehrerkind nich so besonders gut, aber dafür ja die Bücher von Frau Freitag umso mehr. Fall du Twitter hast kannst du an meinem Gewinnspiel teilnehmen, was ich eben gerade gestartet habe.

    Das Buch was du rezensiert hast wäre nicht so was für mich. Das Setting interssiert mich nicht wirklich und die Story würde mich glaube ich auch nicht mitreißen.

    <3
    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen

Jeder Kommentar wird gelesen und wertgeschätzt! Danke euch ♥